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St. Anna Adelmannsfelden/Stöcken

St. Anna Kapelle in Stöcken

St. Anna Kapelle in Stöcken Im Jahre 1834 konnten die Bewohner von Stöcken eine Kapelle auf der sogenannten Kirchwiese errichten. Pfarrer Schenk aus Altheim sowie Landwirt Josef Hofer aus Stöcken, der die Kirchwiese zur Unterhaltung der Kapelle stiftete, trugen durch ihre Spenden viel dazu bei. Damals waren Orts- und Kirchengemeinde noch gleichbedeutend.

1895 wurden das Eigentum des Ortes und das der Kirchengemeinde getrennt. Eine Klärung der Besitzverhältnisse der Kapelle war zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgt.

 

 

So kam es, dass während der NS-Zeit, als das Eigentum der Teilgemeinden den Hauptgemeinden einverleibt wurde, im Jahre 1935 der Besitz der Teilgemeinde Stöcken in den der Hauptgemeinde Adelmannsfelden überging. Da ab 1937 die Gemeinde Adelmannsfelden die Einkünfte der Kirchwiese für sich beanspruchte, die 100 Jahre lang für den Unterhalt der Kapelle genutzt worden waren, begann der Verfall der Kapelle. Niemand fühlte sich mehr dafür verantwortlich, da die Besitzverhältnisse nicht geklärt waren. Anträge zur Klärung der Besitzverhältnisse durch das Pfarramt Bühlerzell in Person von Pfarrer Uhl wurden 1937 und 1948 vom Bezirksnotariat auf Einspruch der Gemeinde Adelmannsfelden abgelehnt.

 

In den 1980er Jahren gab es viele Diskussionen, ob die alte Kapelle abgerissen werden sollte oder doch eine Renovierung sinnvoll wäre. Bei diesen Fragen wurden auch das bischöfliche Ordinariat, das Landratsamt sowie das Denkmalamt eingeschaltet, die allesamt von einer Renovierung abrieten und eher einen Abbruch empfahlen. Schließlich gab dann das bischöfliche Ordinariat im Jahre 1987 grünes Licht und die Gemeinde Adelmannsfelden sagte ihre Unterstützung beim Bau einer neuen Kapelle zu. Nachdem sich die Bewohner von Stöcken im Juli 1989 mit großer Mehrheit für einen Neubau einer Kapelle und damit für den Abbruch der alten entschieden hatten, wurde bereits im April 1990 die Schenkung eines Grundstücks durch Familie Jakob Schips aus Stöcken notariell beurkundet.

 

Um diese Zeit bewarb sich das Freilandmuseum Wackershofen um die Kapelle als Museumsstück. Bereits im September 1990 konnte mit großem Aufwand die Versetzung der Kapelle nach Wackershofen mit Hilfe von Schwertransportern beginnen, wo sie auch heute noch zu sehen ist. Nach dem ersten Spatenstich für die neue Kapelle im März 1992 wurde es durch die unermüdliche Arbeit und den großen Einsatz vieler möglich, dass schon am 5. September 1993 durch Weihbischof Bernhard Rieger die Einweihung stattfinden konnte.

 

Somit sollte für die Bewohner von Stöcken ihr langersehnter Traum einer eigenen Kapelle in Erfüllung gehen. Jedes Jahr am 26. Juli feiern die Gläubigen aus Stöcken und Umgebung das Annafest zu Ehren der Namensgeberin und Patronin der Kapelle. Dieses Fest mitten im Sommer ist im Gemeindeleben zu einem festen Bestandteil geworden.